Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.10 Vorderes Gründel bei Reinhardtsgrimma

Der Eisensteingang bei Reinhardtsgrimma enthält auch ein paar Spalten, die neben viel Hornstein auch mit schmalem, aber manchmal gut gebändertem Achat gefüllt sind. Man muss großes Glück haben, dass der Pflug solche Stücke an die Oberfläche reißt und der reinigende Gewitterguss genau zwischen dem vorigen Sammler und einem selbst stattgefunden hat. Mit den Jahren kennt man die höffigen Stellen dann genau. Im allgemeinen sind die gefundenen Bruchstücke nicht größer als 6 cm. Häufig ist der Kontrast zur Matrix sehr schlecht, so dass die mit sauberem Quarz oder sehr selten sogar mit Amethyst abgesetzten Stücke begehrt sind. Trümmerungen kommen auch vor, wie überall im OEG.

Sehr selten findet man auch schöne Hämatit-Kristalle, was bei Eisenerz ja nicht verwunderlich sein sollte. Schwerspatstückchen sind im OEG dagegen nicht verwunderlich. Deshalb treten manchmal auch kleine Perimorphosen des Achats auf. Begehrt ist der „Lamellen-Achat“, der entfernt an Horni Halze erinnert, aber in Wirklichkeit ein Membran-Trümmer-Achat ist. Auch Mirkotrümmer können sehr attraktiv sein, weil sie manchmal feinste schwarze Linien enthalten (klare dünne Quarzschichten, die auch zwischen den „ordentlichen“ Bandschichten auftreten).

Hier eine wilde Auswahl (unkommentiert) aus meiner Sammlung, aus der die Vielfalt des kleinen Gangschwarms abzulesen ist:


 

Kommentare

F.W. Junge am Sonntag, 16. August 2020:

Ich hätte eine Frage: In welchen Gesteinen sitzen die Gänge der von Ihnen vorgestellten Fundpunkte auf? Ist das Nebengestein Porphyr, Gneis etc.
Danke für Ihre freundliche Antwort an: email: fwjunge@gmx.de
Mit besten Grüßen
F.W. Junge

Joachim Adolphi am Sonntag, 16. August 2020:

Hallo Herr Junge, vielen Dank für Ihre Frage! Es handelt sich um eine Störungszone in den Gneisen des Freiberg-Fürstenwalder Blockes (siehe Reiner Haake, Achate sammeln in Deutschland I). Manchmal sieht man das Nebengestein besser (Berthelsdorf z.B.), manchmal sind die Achate gut herausgewittert (Reinhardtsgrimma, auf der anderen Seite der Müglitz). Wer weiß, was man in mehreren Metern Tiefe finden würde? So ist man auf das Pflügen der Felder angewiesen, so dass nur relativ kleine verwitterte Stücke zu erwarten sind…

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