Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.10 Vorderes Gründel bei Reinhardtsgrimma

Der Eisensteingang bei Reinhardtsgrimma enthält auch ein paar Spalten, die neben viel Hornstein auch mit schmalem, aber manchmal gut gebändertem Achat gefüllt sind. Man muss großes Glück haben, dass der Pflug solche Stücke an die Oberfläche reißt und der reinigende Gewitterguss genau zwischen dem vorigen Sammler und einem selbst stattgefunden hat. Mit den Jahren kennt man die höffigen Stellen dann genau. Im allgemeinen sind die gefundenen Bruchstücke nicht größer als 6 cm. Häufig ist der Kontrast zur Matrix sehr schlecht, so dass die mit sauberem Quarz oder sehr selten sogar mit Amethyst abgesetzten Stücke begehrt sind. Trümmerungen kommen auch vor, wie überall im OEG.

Sehr selten findet man auch schöne Hämatit-Kristalle, was bei Eisenerz ja nicht verwunderlich sein sollte. Schwerspatstückchen sind im OEG dagegen nicht verwunderlich. Deshalb treten manchmal auch kleine Perimorphosen des Achats auf. Begehrt ist der „Lamellen-Achat“, der entfernt an Horni Halze erinnert, aber in Wirklichkeit ein Membran-Trümmer-Achat ist. Auch Mirkotrümmer können sehr attraktiv sein, weil sie manchmal feinste schwarze Linien enthalten (klare dünne Quarzschichten, die auch zwischen den „ordentlichen“ Bandschichten auftreten).

Hier eine wilde Auswahl (unkommentiert) aus meiner Sammlung, aus der die Vielfalt des kleinen Gangschwarms abzulesen ist:


Hier nun doch noch ein Kommentar, da mir 2022 ein besonders schöner Stein in die Hände „gefallen“ ist (der Rgen hat ein kleine Ecke von ihm freigespült): Ein gespiegeltes Band mit Quarzfüllung in einem 10 cm großen Stein, was für diesen Fundort außergewöhnlich groß ist! (Inzwischen ist eine Hälfte davon übers Internet verkauft…)

Feldfund 2022

Verkaufte (dicke) Hälfte, die schmale habe ich noch.

Kommentare

F.W. Junge am Sonntag, 16. August 2020:

Ich hätte eine Frage: In welchen Gesteinen sitzen die Gänge der von Ihnen vorgestellten Fundpunkte auf? Ist das Nebengestein Porphyr, Gneis etc.
Danke für Ihre freundliche Antwort an: email: fwjunge@gmx.de
Mit besten Grüßen
F.W. Junge

Joachim Adolphi am Sonntag, 16. August 2020:

Hallo Herr Junge, vielen Dank für Ihre Frage! Es handelt sich um eine Störungszone in den Gneisen des Freiberg-Fürstenwalder Blockes (siehe Reiner Haake, Achate sammeln in Deutschland I). Manchmal sieht man das Nebengestein besser (Berthelsdorf z.B.), manchmal sind die Achate gut herausgewittert (Reinhardtsgrimma, auf der anderen Seite der Müglitz). Wer weiß, was man in mehreren Metern Tiefe finden würde? So ist man auf das Pflügen der Felder angewiesen, so dass nur relativ kleine verwitterte Stücke zu erwarten sind…

Joachim Adolphi am Sonntag, 28. August 2022:

Gruß von Ronny aus Cottbus:

Hallo Joachim,

vielen Dank für Deine Beschreibung vom Vorderen Gründel bei Reinhardtsgrimma.

Ich wurde fündig. Wir waren ein paar Tage zu Gast in Schlottwitz umd ich musste die Gelegenheit nutzen. Wir kommen wieder in diese schöne Gegend! Hast Du bitte wieder Informationen bezüglich der Suche von Achaten in dieser Gegend? Z.B. Döbra (Eiersteine) oder naheliegendes, ich möchte sehr gern lernen.

Viele Grüße aus Cottbus

Ronny

Joachim Adolphi am Sonntag, 28. August 2022:

Hallo Ronny,

schön, dass ich Dir einen erfolgreichen Tipp geben konnte.

Die Eiersteine von Döbra findest Du im Tal des Döbraer Dorfbaches in der Nähe das Abzweigs nach Berthelsdorf im Umkreis von 300 m auf der linken Talseite.

Viel Erfolg!

Joachim

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