Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.1 Riss-Muster

Fragen:

Wieso haben Risse im Schlamm oft schnell erkennbare Muster? Wieso sehen Gebirge von oben untereinander so ähnlich strukturiert aus? Wieso können Techniker aus der Struktur von Bruchbildern die Ursachen der Entstehung des Risses ablesen?

Warum sind Basaltsäulen sechseckig???

Manche Risse sprechen Bände. Deshalb werden sie von Wissenschaftlern genau untersucht. Zum Beispiel Kochsalz: Dieser einfach zu züchtende kubische Kristall hat die Würfelfläche als Spaltfläche. Man gibt einen kleinen Riss vor und untersucht die Ausbreitung desselben in Abhängigkeit von der aufgewendeten Kraft, um mehr über die Bindungsenergie im Kristall zu erfahren. Man nutzt die „Newtonschen Ringe“, die hier parallele Streifen sind, um über Rissbreiten mehr zu wissen. Der hier abgebildete Kristall liegt schon 45 Jahre unter Zimmerbedingungen und ist deshalb nicht mehr so glatt wie damals im Institut, die „Ringe“ sind weg.

Kochsalz-Spalt-Kristall mit vorgefertigtem Riss für das Studium der Spalt-Dynamik

Auch in natürlichen Kochsalzkristallen gibt es Haarrisse, wie in diesem 8-cm-Giganten aus dem Werra-Gebiet:

Rechts sind im Kochsalz-Riesen-Kristall feine Haarrisse parallel zur Würfelfläche zu sehen

Die Schattenwirkung der Risse im Gegenlicht; links hinten der Schatten einer Korngrenze zum Nachbarkristall, was wie eine hypothetische (221)-Fläche wirkt.

Auch in Bergkristallen gibt es solche Risse, die bunt aufleuchten können oder in einer einzigen Farbe glänzen.

Riss-Struktur im Inneren eines Bergkristalls. Da Quarz keine bevorzugten Spaltflächen besitzt, laufen die Risse muschelig aus.

Vergrößerung desselben Risses (Fiederchen etwa 2 mm lang)

Bruchfläche des Fußes eines Rauchquarzes mit „paralleler“ Rissfläche im Untergrund

Interner „Rainbow“-Riss in chinesischem Bergkristall mit erhöhtem Kohlenstoff-Gehalt (klingt auffallend hell)

Detail des „Rainbow“-Effektes

Es ist schon eine sehr erstaunliche,  singuläre „Struktur“, dass eine Rissfläche OHNE Verbindung zur Kristalloberfläche eine innere mechanische Spannung des Kristalls abzubauen in der Lage ist. War dort vielleicht ein Resonanz-Schwingungs-Bauch bei einem Erdbeben-Schlag im Berginneren?

 

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