Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.1.14 Der Neben-Achat NA

Die spätere Achat-Generation des Osterzgebirges (vom Salband aus gesehen die „äußere“ und vom gespiegelten Gesamtgang aus gesehen die „innere“), die fast überall zum typischen Achat-Doppelband führt, ist in Schlottwitz räumlich oft sehr weit vom Haupt-Achat abgesetzt. In der Gegend des „Roten Felsens“ ist der Abstand oft etwa 4 cm, in beiden Fortsetzungen des Ganges nach Norden und Südsüdost werden sowohl dieser Zwischenraum größer als auch beide Achate breiter und stärker gegliedert. (Auch in Halsbach sind einige cm heller Hornstein dazwischen, woanders manchmal nur wenige mm oder nur ein weißer dünner Milchquarzstrich.)

Vom „Roten Felsen“ und Umgebung sind zwei Eigenschaften des NA weit verbreitet: Der Achat wirkt etwas „glasig“ (also wenig gebändert und etwas durchscheinend) und ist leicht entfärbbar, was interessante Mikro-Riss-Umgebungen schafft. Sein Abschluss und seine feinen Band-Zwischenräume sind oft schlecht verkieselt, weshalb er dort leicht bricht, was man an abgerollten Stücken leider sehr oft feststellen muss. Ein komplettes NA-Band ist deshalb als selten einzustufen. Dieser Bruch kann gut dazu führen, dass die äußeren oder inneren Sphärolithe des Bandes gut erhalten sind und an die Bezeichnung „Korallenachat“ (für Halsbach vorbehalten) erinnern. Diese Stellen sind manchmal ausgewittert/ausgelöst und für Struktur-Liebhaber ebenfalls interessant.

Man kann im Detailbild gut erkennen, dass sich an den NA noch dünne und gut  parallel weißlich gestreifte Chalcedon/Quarz-Lagen anschließen können.

Manchmal ergibt die Trümmerung eine verkehrte Welt, wenn ein Teil um fast 180° gekippt ist:

In Richtung Königsfelsen gibt es eine leichte Farb-Verschiebung:


Am Königsfelsen selbst ist der Neben-Achat oft so weit vom Haupt-Achat entfernt oder nach einer tektonischen Störung neu aufgebaut oder fehlt, so dass man den Zusammenhang nicht mehr sehen, sondern nur aus Erfahrung erkennen kann. Dafür ist dann offenbar die Abschluss-Linie des FB (also früher als der HA!) selbst zu einem neuen Achatband ausgewachsen, das seinerseits schon an die Fortführung des Gnges in Döbra erinnert:

(Interessant: Obwohl die Berthelsdorfer Fundstellen geographisch „eigentlich“ dazwischen liegen, ist ihre Ähnlichkeit sehr abstrakter Natur. Es muss sich dort also um einen Nebengang handeln.)

Wegen der Brüchigkeit ist also ein „gespiegeltes“ Stück als selten zu bezeichnen:


Ein „Auge“ ist dann echt eine Seltenheit, vor allem, wenn es mit Jaspis gefüllt ist:

Im Königsfelsen kann es dann so aussehen, wenn die dortigen beiden Bänder vorhanden sind (hier leider getrümmert und deshalb schwer zuzuordnen):

Man erkennt auch, dass die „Finger“ hier sehr dicke (weit über 1 cm!) Baryt-Tafeln sind.

Und noch weiter weg wird der HA weiter fein aufgesplittet:


Ein Müglitzgeröll-Riese liegt jetzt als Gartenstein am Beet-Rand:

Gesamt-Ansicht des Batzens mit großer „Bandlücke“

„FB“-Kappen-Achat

HA über Am4


(Eigentlich gehörte das letztere alles in den Abschnitt Fingerband FB, aber es bot sich hier an, wenn man über die Existenz von mehr als einer Achatlage spricht.)

 

 

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