Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.2 Von der Tonika zur Duosubdominante

Diese Rückung (von der Dominante aus einen Ganzton nach unten) wird gern in rhythmisch klaren Vorspielen genutzt, um einen Klangraum aufzuspannen. Dabei wird die None der Duosubdominante einbezogen, die ja mit dem Grundton der Tonika identisch ist und somit einen Haltepunkt darstellt. Im erweiterten Sinne könnte man diesen Übergang also auch in die Gruppe der Übergänge mit Beibehaltung eines Tones stellen, aber die None ist schon nicht mehr als „unmittelbar emotional“ (wie es bei der Kleinen Septime noch geht) anzusehen.

Eine kleine Spannung lässt sich aufbauen, wenn man die Rück-Rückung mit dem Zwischenschritt über den Dominant-Septakkord aufweitet. Dann hat man (von Tonika in C ausgehend) die Haltepunkte d und f und die Chromatik b->h, die sich dann durch h-c‘ beim Schritt zur Tonika fortsetzt.

Im Dreiklang mit Oktave ergibt sich (DO als Umkehrung auf der Terz):

c‘ -> b -> h -> c‘

g -> f -> f(g) -> g

e -> d -> d -> e

c -> B -> H -> c

ÜBUNGSAUFGABE

Schreibe eine kleine Melodie, zu der diese Kadenz passt!

 

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