Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.1.10 Der Vierte Haupt-Amethyst Am4

Und wieder heißt ein Teil der gesamten Schlottwitzer Abfolge „Haupt-Amethyst“. Warum? Weil er erstens in Unter-Amethyste aufgeteilt ist und weil es zweitens auch außerhalb der Haupt-Amethyste manchmal kleine Amethyst-Bänder gibt.

Dieser vierte der „großen“ Amethyste ist besonders variabel in seiner Struktur und eigentlich auch dann da, wenn er fast nicht zu sehen ist: Manchmal ist er winzig klein (unter 1 mm!) und nur wie ein schwacher Bleistift-Strich zu sehen. Und manchmal splittet er vier- (und selten auch bis zu sieben-) fach gut zoniert auf. Ein Schmuckstück!

Prachtstück aus dem Schlottwitzer „Steinbruch“.  (Das FB ist hier farblich völlig verkümmert, obwohl die „Finger“ gut zu sehen sind. Die RQ-Linie hingegen ist absolut perfekt unter dem gut geteilten Am3. (Oben hinten ein freier Kristall!)

Ein fast identisches Stück habe ich aus einer Lausitzer Kiesgrube (!).Es beginnt erst bei ZA, der hier, wie auch oben, auf Milchquarz reduziert ist.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch das Schlottwitzer Stück nicht am Fundort 10 m über dem Müglitzpegel „gewachsen“ sein kann, wenn es von der Ur-Müglitz über die Lausitzer Ur-Elbe ins Kamenzer Gebiet transportiert worden ist und deutlich höher abgelagert wurde. Ein weiteres Indiz für die These, dass der gesamte „Rote Felsen“ ein Abbruch-Trümmer-Haufen in einer sehr weiten Spalte gewesen ist, der die mindestens 100 m abgestürzten Teile in Ruhe zu Trümmerachat verkieseln konnte. (Oder sind sie während wiederholter tektonischer Aktivitäten schubweise abgesackt und nachgerutscht? Die unterschiedlichen Rissfüllungen in diesen Achaten lassen letzteren Schluss zu! Dazu später mehr.)

Hier eine winzige Auswahl zum Beleg der unterschielichen Breite des Vierten Haupt-Amethysts:

schön gefächert

winzige dunkle Linie über FB

gute Perimorphose

sehr dunkel über weiß abgesetztem FB

schmal und deutlich wie das RQ-Band


Auch dieses Band ist in Döbra-Berthelsdorf und Cunnersdorf manchmal ganz anders (siehe dort!).

Hier noch ein paar Stücke aus dem Steinbruch und der Müglitz:

Müglitz

Steinbruch

Steinbruch

Steinbruch


Man erkennt, dass in manchen Partien des Ganges über dem FB eine bevorzugte Bruchfläche liegt. Die anschließende Verheilung kann auch viel später passiert sein. Die Ähnlichkeit des Müglitz-Stückes und der „geschürften“ ist frappierend.


Auch diese Stücke (rechts ein „Riese“) stammen aus dem Schurf.

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