Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.1.12 Der Hauptachat HA

Der Schlottwitzer Hauptachat kommt von wenigen Millimetern bis 20 cm Stärke vor, je nach genauem Bildungsort.

Sene Grundfarbe ist durch Hämatit das Rot. Aber auch die anderen Oxidationsstufen des Eisens kommen vor, wie es auch aus dem böhmischen Jaspis bekannt ist: Grün und Gelb und alle Mischformen wie Braun und Ocker. Und wenn wenig davon da ist (schon bei der Bildung oder durch nachträgliche Entfärbung), sind graue und glasige Schichten möglich. Nur das Rosa, was auch in Halsbach selten erscheint, ist noch seltener und eher eine Überlagerung von Grau und glasigem Flocken-Rot (damit wollen wir deshalb beginnen) und kommt vor allem im ganz breiten und feingestreiften Band vor:

Prachtstück aus der angeschnittenen Müglitz-Uferböschung vor Weesenstein

Detail: Hämatit-Flocken in grauem und hellrotem Achat


Das kommt natürlich auch in reinem Rot vor:

Schöner Trümmer von zwei unterscheidlichen Band-Ausbildungen

Und nun fast ohne Rot:

Seltene Kombination: Amethyst und grünschwarzer Achat

Übergang von grau zu dunkelbraunrot


Am schönsten ist es natürlich, wenn der Achat richtig bunt gestreift ist, wie es im Schlottwitzer Stollen vor über 30 Jahren anstand:

Der schräge Riss hat noch ein kleines Stück des gut gegliederten Am4 stehen lassen; der HA ist leider nicht vollständig, zeigt aber seinen markanten Start

Auch kleinere Stücke sind schön:

Sommerhochwasser 2013 Weesenstein

Die Bänderung kann auch weniger eng und trotzdem sehr schön sein, jedesmal über dem gleichen Am4:

Lockere Bänderung

„Glasiges“ Band aus dem Steinbruch


Auch die fast unstrukturierte Variante in glasigem und leuchtendem Ziegelrot (mit feiner Quarz-Mittellinie wie in Berthelsdorf) hat ihren Reiz, wenn Blau und Weiß hinzukommen:

Müglitz 2013

Steinbruch


Zwei Ansichten vom gleichen Fund Sommer 2013 bei Mühlbach

Eine richtige Bergungs-Geschichte eines solchen ziegelrot-glasigen Batzens ist aus dem Winter 2010/2011 (am Ende des Winter-Hochwassers, 27. Januar) dokumentiert:

Sichtung vom Ufer im strömenden Wasser (Tele-Objektiv)

Ergattern nach mehrfachem Wegrollen in der Strömung

Anlandung mit der Gartenhacke

Schnitt


Wie man sieht, war das Band leider nicht durchgehend, bildet aber eine schöne Ecke, die im glasigen Achat aber wenig zur Geltung kommt.

Der fleischfarbene Achat vom Roten Felsen ist allein nicht so sehenswert, sondern gewinnt seinen Reiz vor allem als Bestandteil der bunt und weit gefächerten Gesamt-Abfolge oder wenn er ausnahmsweise mal gespiegelt vorliegt:

Beide Achate und das FB bestimmen das Bild

Spannend wird es auch am Roten Felsen, wenn in Bandecken grüne Anteile hinzukommen:

In Gebieten mit offenbar schwieriger Versorgung (Ecken und Augen) wird der Achat grün

Am schönsten ist das Farbspiel Rosa (Baryt)-Grün-Rot-Weiß-Blau aber am Königsfelsen:

Mein gemugeltes Prachtstück

Ein besonderes Thema in Schlottwitz sind immer die „Trümmerachate“, wenn sie eine kontrastreiche Einlagerungsmatrix finden. Solche Stücke gibt es von allen Gangabschnitten (und auch von allen anderen osterzgebirgischen Fundstellen!). Am schönsten ist es natürlich, wenn auch noch Amethyst das Farbspektrum bereichert. Hier nur eine klitzekleine Auswahl für dieses unendliche Feld:

Sommerhochwasser 2013 Weesenstein

Winter 2013 unterhalb von Niederschlottwitz

Die Fundbedingungen sind heute wegen der funktionierenden Talsperre Lauenstein und wegen des trockenen Klimas gering geworden: Es gibt wenige Hochwasser-Ereignisse, die die Flussablagerungen auf den Schotterbänken und an den Ufern umwälzen könnten.

 

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