Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.5.1.3 Verkieselung der Umgebung von Lithophysen

Betrachtet man die begehrten Lithophysen-Achate, so fällt im allgemeinen auf, dass sie offenbar deshalb im Geröll der Flüsse oder in der Verwitterungsschicht der Erdoberfläche „überlebt“ haben, weil sie härter sind als ihre Umgebung. Sieht man noch genauer hin, so fällt außerdem auf, dass diejenigen, an denen noch ein Teil des umgebenden Gesteins hängt, von einer verkieselten Schicht umgeben sind, deren Kieselsäure-Anteil mit der Entfernung vom Achatkern abnimmt. Erst dort, wo das Gestein weich genug ist, löst es sich von der Umgebung (zum Beispiel durch Hangrutschung oder beim Baggern). Im Schliffbild ist das besonders gut bei den Stücken von Sankt Egidien zu erkennen.


Das wirft eine substantielle Frage auf:

Sollte das kein nachträglicher Kieselsäure-Verarmungs-Effekt von außen her sein (nachdem die Knolle aus ihrer „natürlichen“ Bildungs-Umgebung herausgelöst worden ist), so bedeutete dies, dass eine diffusive Versorgung über die gesamte Knollen-Oberfläche eine „Bergauf-Diffusion“ voraussetzen müsste, was ein Widerspruch in sich ist. Mit diesem indirekten Beweis müssen wir wieder auf die Diffusion innerhalb besonderer „Wegsamkeiten“ (Hydrogeologen-Begriff für allerdings mehr konvektive Wege!) zurückkommen, die in den bandartigen Spalten, die die Stücke von Sankt Egidien umgeben, liegen müssten.

Daraus würde man zwangsläufig schließen müssen, dass die achatisierten Gebiete einen besseren Diffusionskoeffizienten für weitere Kieselsäure haben als das Matrixgestein, so dass für letzteres der Achat immer eine Quelle für Kieselsäure darstellt und keine Senke.

Das würde auch erklären, warum die Achatbänderung nach innen nicht schmaler werden muss (nämlich mit wachsender Achatschichtdicke), wenn die Begrenzung des Prozesses („schwächstes Kettenglied“ der Leitfähigkeits-Reihenschaltung des Transportes) weiter außen liegt. Das erklärt vor allem auch die Stücke mit dem mehrfachen Wechsel zwischen Achat/Chalcedon und kristallinem Quarz von außen nach innen und endlich auch die offenen Drusen, deren Existenz deutlich unabhängig von der Achat-Dicke ist.

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