Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.8 Hartmannsdorf, Pretzschendorf, Oberbobritzsch

Das Hartmannsdorfer Achatfundstellen-Gebiet ist das abwechslungsreichste im gesamten Osterzgebirge (OEG), vor allem, wenn man die westnordwestlichen Erweiterungen auf Pretzschendorf und Oberbobritzsch mit hinzunimmt. Aber schon die beiden Hauptfundpunkte bei Hartmannsdorf (Hysselsberg und Röthenbacher Berg und die Felder dazwischen) geben so viele Varianten her, dass man selbst als Genese-Liebhaber irgendwann kapituliert und nach Vereinfachungen sucht.

Natürlich spielt in viele Bänder wieder Amethyst hinein, was besonders bei komplett gespiegelten Stücken sehr attraktiv ist. Baryt und Fluorit sind dagegen sehr selten im Band enthalten, aber nicht völlig abwesend. (Gebänderter Baryt als Lesestein ist nicht selten!)

Deshalb hier in aller Bescheidenheit nur eine Mini-Mini-Auswahl.

Zuerst aus Hartmannsdorf im engeren Sinne:

grüner Jaspis als Zwickelfüllung

fast nur Amethyst

Achat in zwei Amethystlagen

gute späte Lagen

mit Baryt-PM

Auge vom Ostrand des Gebiets

glasiges Chalcedon-Band

Hysselsberg-Prachtstück

Hartmannsdorf direkt

Kiesgrube bei Riesa: entfärbt

gute späte Lagen

sehr helle Variante

Westrand

Ostrand


Natürlich kann man am Rande des Steinbruchs am Röthenbacher Berg auch Riesenbrocken finden:

Dann weiter westlich, „Pretzschendorf“ oder „Röthenbach“ genannt, wo es auch grüngelblich verblasste Formen gibt (Eisen-Reduktion bzw. Hydroxidation im Achat und Amethyst-Deaktivierung durch Sonnenlicht):

wenig Amethyst

grüngelb

Baryt-PM!

grüngelb

grüngelb

wenig Amethyst


Und schließlich die Felder über dem Oberbobritzscher Bad, wo die Matrix in die Tiefe abnehmend verkieselt ist und wo weißer Chalcedon als Salband und nochmals im Gang vorkommt (sehr selten sind Pseudomorphosen und wenig häufig dunkler Amethyst):

Besonders schön strukturiertes Stück mit PM, aber nicht typisch für den Fundort

Mehr oder weniger typische Gangstücke:


Und noch weitere, z. T. im Matchbox-Format:


Eine strukturelle Besonderheit, die auf dem Zufall der „Gang-Kreuzung“ beruht, ist besonders im Umfeld des Röthenbacher Bergs zu beobachten: Der als Achatgang gefüllte Riss im Fels wird wieder zerrissen und erneut mit einem Achat späterer Generation gefüllt:

Natürlich gibt es in solcher Umgebung dann auch Trümmerachate oder Mehrfach-Risse:


Und mit etwas Glück findet man die nach einer Abscheidungspause und vor der Restfüllung entstandene „Uruguay“-Bänderung:

Zum Schluss noch ein typischer Perspektiv- (d.h. Schnitt-) Effekt (eine Beule des Bandes erscheint als „Füllung“ – trara!!) und ein Amethyst ohne Achat, aber mit sehr guter Zonierung:

 

Kommentare

Andreas Händel am Dienstag, 8. Januar 2019:

Hallo Joachim,
habe heute durch Zufall deine Seiten entdeckt und bin begeistert!!! Werde nun wohl öfter bei dir zu Gast sein
Ich bin Achatsammler seit ich 6 Jahre alt bin, bin jetzt 62 und sammle (leider) nur noch selten aktiv, sammle aber intensiv weiter.
Früher war ich sehr viel in Schlottwitz und in Sankt Egidien unterwegs, da habe ich schöne Kollektionen.
Gruß und Glück Auf- Andreas

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