Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.1.3 Knutsch-und-Zutsch-Muster

Frage:

Woher kommen Verästelungs-Strukturen in der unbelebten Welt?

Beim Schleifen der Achate per Hand (Achat auf Achat) mit Siliziumkarbid-Pulver und Wasser erlebt man beim „Aufklappen“ (Trennen) der beiden Stücke, die sich „aneinander gesaugt“ haben, schöne verästelte Strukturen, die an Satellitenbilder von Flusslandschaften in Gebirgen oder erodierten Marswüsten erinnern. Je nach Beschaffenheit der „Pampe“ gibt es feine oder grobe Verästelungen.

Abriss-Bäume von Läpp-Paste auf Achatplatte

Abriss-Bäume von Läpp-Paste auf Gegen-Achat: Man beachte die zur Platte gespiegelte Struktur!

Wer wagt es zu behaupten, von welcher Seite her aufgeklappt wurde?

Klar, von kinks nach rechts. Von links musste Luft angesaugt werden, die Paste zog sich zu Stegen zusammen, Stege trafen sich, vereinigten sich, vereinigten sich usw. Manchmal sind noch viel mehr „Vereinigungs-Generationen“ zu sehen, wenn die Achate größer sind.

Harmonieren die Parameter des Prozesses (Viskosität, Oberflächenspannung, Kippgeschwindigkeit) nicht so gut, reißen die Stege und die Fortpflanzung erlischt:

Abriss-Struktur bei angetrockneter Paste: Keine Fortpflanzung der Struktur

Meine Enkel schleifen auch gern mal mit, aber vor allem wegen dieser Muster, so scheint es! (Da ist das Erfolgserlebnis leichter zu haben als beim fertigen Schliff…) Und manchmal ergibt sich genau der Parameter-Satz des Übergangs von einer einzigen Struktur zu gar keiner:

Mittlere Situation der Parameter: Keine durchgängige Struktur, sondern „schwebende“ Bäumchen

Fazit:

Die Frage ist qualitativ beantwortet worden.

Gelingt die Modellierung?

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