Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


4.1.2 Erlernte Strukturen der „Erwartung“

Viele Tiere und manche Menschen (oder umgekerht) können aus Erfahrung lernen und mit dem Gelernten ererbte Strukturen mehr oder weniger überschreiben.

Am spannendsten sind dabei die erfolgreich entwickelten diskreten „Erwartungsbäume“ und stetigen „Bewegungs-Extrapolationen“, die sich sogar mischen können, wie wir hier sehen, wenn mit ihnen ein unbeabsichtigtes oder absichtliches Spiel getrieben wird:

Beispiele:

Die Vielzahl der „Probanden“ wurde hier gewählt, um zu demonstrieren, dass es sich nicht um persönliche Macken handelt, sondern um reproduzierbare Erscheinungen. Es sind für abgeschlossen erachtete Ergebnisse von Lernprozessen, die erst das Spiel mit solchen Überraschungs-Effekten ermöglichen.

Wir erwarten eine bestimmte Fortsetzung eines Geschehens aus unserer Erfahrung. Das ermöglicht uns eine schnellere Reaktion und ist somit ein Selektionsvorteil. Das Geschehen kann dabei stetig sein (das sind meist Bewegungen, die auf Kräften beruhen, welche eine Veränderung der Bewegung nur im Rahmen ihrer Größe und im Rahmen der Trägheit des Bewegten erzeugen können) und ist dann meistens gleichzeitig mit ziemlich klaren Grenzen des Wertevorrats versehen (der Hund kann schneller rennen als ich, die Schnecke wird mir nicht entkommen, die Fliege startet schneller als meine schlagende Hand, die saugende Mücke nicht), oder aber es ist diskret und seine Verzweigungsmöglichkeiten entsprechen wahrscheinlich einer begrenzten Palette.

Die somit ermöglichte „Synchronisation“ des Objekts mit dem Subjekt macht auch das Objekt zum Subjekt:

 

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