Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.1.2 Sind Basaltsäulen sechseckig?

Basaltsäulen, herausgewittert (von: www.der-stein-fluesterer.de)

20 m hohe völlig parallele Basaltsäulen am Scheibenberg im Erzgebirge (Juni 2019)

Frage:

Warum ist bei Basaltsäulen die Sechseckigkeit häufig besser ausgebildet als bei Oberflächen-Rissen? Kann man auch das modellieren?

Gibt man nun dem Riss im abkühlenden Basalt die Möglichkeit, viel tiefer ins Material eindringen zu können als beim trocknenden Schlamm (vorige Seite wird als bekannt vorausgesetzt!), so werden sich manche Risse zufällig treffen und damit je einen auslöschen, nachdem sich vorher die Zwickel „entflochten“ haben (ein Vierer-Zwickel ist die zufällige Übereinstimmung zweier Riss-Einmündungen in einen dritten und somit in zwei Dreier-Zwickel teilbar – siehe Skizzen im vorigen Abschnitt). Die dabei stattfindende Auswahl wird mit Sicherheit im Mittel nicht gegen die Energiebilanz verstoßen können (es wäre nicht a priori einzusehen, warum die Zähligkeit eines Zwickels in der Energiebilanz auftauchen sollte) , so dass die statistische Abweichung von der Eckenzahl Sechs der Säulen-Querschnitte mit der Tiefe abnehmen wird: Es werden sich die Dreierzwickel am besten in einem mittleren Abstand voneinander (durch Prozess-Geschwindigkeit und mechanisch-elastische Materialkonstanten gegeben) in die Tiefe fortpflanzen. (Viererzwickel zum Beispiel werden sich treffen und „auslöschen“ oder in je zwei Dreierzwickel zerfallen). Natürlich spielt die Tiefe selber für die Geschwindigkeit der Abkühlung eine Rolle, aber das führt hier zu weit.) Die im vorigen Gliederungspunkt nur hypothetisch angenommene „Wanderung“ der Zwickel zum energetisch günstigsten Punkt ist hier also Realität geworden!

Frage: Sind die energetischen Zusammenhänge bei einer Schicht Seifenblasen anders?

Es sieht so aus, als ob alles übereinstimmt, jedenfalls, was die Strukturbildung nacheinander aufgestiegener Seifenblasen angeht. Diese können sich mit der Zeit in der gleichen Schicht vereinigen (durch Reißen der Trennhäutchen), während sich Basaltsäulen erst mit der Zeit UND mit der Tiefe (durch zufälliges Auslaufen schräger Wandungen) vereinigen können.

Ein ähnlicher Prozess selektiert übrigens wachsende Kristalle zum am Ende fast parallel stehenden großen Individuen, wie man an Amethysten der Osterzgebirgs-Achat-Gänge schön sehen kann:

Schlottwitzer Amethyst aus der Müglitz 2011: Jede Lage beginnt mit kleinen Kristallen, bis am Ende die großen übrig bleiben

Ist der Abschluss der Bänder „gekappt“, ist er noch viel besser zu sehen

Selbst ein schmales Amethystband (unten) lässt eindeutig eine Wachstumsrichtung erkennen, ebenso die Quarzbänder oben

Eine Kappung mit Achat ist am attraktivsten (Kiesgrube Zeithain, stammt aber aus dem Schlottwitzer Gang)


Zusammenfassend  kann man somit feststellen, dass das Zusammenwirken von eindimensional verteilten Größen (Temperatur- oder Trockenheit mit der Tiefe) mit zweidimensionalen Größen (Riss-Flächen) im dreidimensionalen Gesamt-Raum zu Strukturen (Säulen) führt, die „organisiert“ aussehen („Selbstorganisation“ als modernes Zauberwort für strukturbildende Rückkopplung).

Die typischen Größen (Abmessungen) solcher Organisiertheit ergeben sich aus den gegeneinander wirkenden energetischen Prozessen, die in unterschiedlichem Maße von den Raumdimensionen abhängen.

Übrigens ist mein Grabstein eine Basaltsäule. Er steht schon auf dem Familiengrab. Er ist natürlich ein natürliches ungleichseitig sechseckiges Prisma.

Antwort:

Man kann verstehen, warum es wahrscheinlich ist, dass sich Rissmuster, die sich in die dritte Dimension ausbreiten, energetisch optimieren können.

(Die Modellierung ist aber noch offen, bitte Geduld.)

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