Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


0.5.11 Reichstädt

In Reichstädt bei Dippoldiswalde gibt es ein Gangsystem mit Eisenerzen, Baryt, Fluorit und Quarz. Besonderheiten sind manchmal schöne Kontraste im Gang (weißer Quarz neben rotem bis metallisch schwarzem Hämatit, braunem Jaspis und rosa Baryt), perfekt parallel gebändertem (hämatitisiertem) Baryt und für Liebhaber die Negative perfekter Fluoritwürfel in den Quarz.-Zwischenlagen. (Dieses Gangsystem gaht dann allmählich zu den Obercarsdorfer Achaten über, zwischen denen wiederum sehr ähnliche Baryte – auch mit breiteren Streifen! – zu finden sind.)

Der Übergang vom derben Baryt zum dichten Hämatit ist oft jaspisartig (Eisenkiesel)

Hämatit-Zähne ragen in den grobkristallinen Baryt

perfekt gebänderte Baryt-Abscheidung (mein bester Baryt-Feld-Fund an diesem Ort, der Pflug war gnädig)

glänzende Rekristallisationsadern senkrecht zur Struktur

perfekte Sphärolithen der Barytlagen („Eule“)

perfekte Hohlwürfel des ausgewaschenen Fluorits

Manchmal hat man auch Glück und findet strahlend blauen Lagen-Fluorit:

oder sogar einen Gang mit großen Fluorit-Würfeln, auf welche dann Hämatit und Rosabaryt folgen. Normalerweise bricht der Gang am harten (verkieselten) Hämatit und die Fluorite sind (wie oben gezeigt) ausgewaschen, aber hier ist das im gespiegelten Gang nur an einer der beiden Seiten passiert:

rechts neben dem Hämatit die angeschnittenen Fluorit-Würfel

Fluorit-Schicht im Bruch gut zu sehen

Negative der Würfel auf der Gegenseite


Der Hämatit-Eisenkiesel-Gang kann in seltenen Fällen auch schön parallel gebändert sein und an die berühmten südafrikanischen Bänder erinnern (die allerdings auch noch „Falkenauge“ enthalten können), wie die nächsten Stücke zeigen:

1-cm-Raster


Dort, am östlichen Rand des Freiberger Reviers, kann man also die nichtsulfidischen Paradebeispiele „auf einem Haufen“ entdecken, ohne „einfahren“ zu müssen: Hämatit, Baryt, Fluorit.

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