Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


2.5.1.1 Rissfüllungen in Achatgängen

In meiner Sammlung befindet sich eine Anzahl von Stücken, die ich besonders ihrer Rissfüllung wegen aufgehoben habe. Das klingt ein bisschen ungenau, weil Achate an sich schon Füllungen von Rissen (oder „Pseudomorphosen“ von leeren oder anders ausgefüllten Räumen aller Art, im Extremfall auch von kugelrunden Kugeln oder ebenmäßig begrenzten Polyedern) sind. Dort, wo es einmal tektonisch zu Rissen im Gestein gekommen ist, ist es ja schließlich auch nicht unwahrscheinlich, dass es später zu neuen Rissen durch die „verheilten“ Risse kommt. (In den alpinen Zerrklüften entstehen durch weitere Bewegung während der Kristallisation des Bergkristalls die begehrten „Fadenquarze“.)

Sind hier die Risse oder der Amethyst interessanter? (Cunnersdorf bei Schlottwitz)

Bei den Schlottwitzer Gangachaten (und selbstverständlich auch bei anderen im Osterzgebirge!) fällt auf, dass man viele dieser Risse durch Vergleich mit der Standard-Abfolge der Achat-Abscheidung genetisch genau zuordnen kann. Man erhält also einen Eindruck von der seismischen Aktivität im entsprechenden Zeitraum.

Hier eine lose Folge von Beispielen für Rissfüllungen:


Füllung: Unklares Achatband

Füllung ist eigentlich Ummantelung von Amethyst-Trümmern (und gehört weiter nach unten in einen anderen Abschnitt!)


Füllung: Amethyst


Füllung: Hämatit


Fülung: Weißer Hornstein (dichter Quarz)


Füllung: Jaspis


Füllung: Milchquarz


Füllung: Rotbaryt

Füllung: gespiegelter Nebenacht!

Natürlich kann man in dieselbe Kategorie auch die Ummantelungen von Brekzien einordnen, wenn nämlich nicht nur Risse allein entstanden sind, sondern ganze Trümmer in die größeren Spalten gestürzt sind. Auch hier eine lose Folge von Beispielen:


Der letzte Stein dieser Serie war auch in der Müglitz bei Weesenstein, stammt aber von weiter oben, vom Bielatal unterhalb Hirschsprung. Er hatte also einen langen Weg hinter sich. Dadurch ist leider der berühmte Rosa-Achat an der oberen Kante im Übergang zur weißlichen Schicht längs weggebrochen.

Rohstück einer ummantelten Amethyst-Brekzie aus der Müglitz

Das gleiche Stück geschnitten

Säge-Arbeit eines Tages

Johnbach: Auf dem dunkelblauen Fluorit sitzt noch olivgrüner uaf, schön durchschlagen von hellblauem Chalcedon als Zwickel- und Rissfüllung

Johnbacher Achat mit ALLEN Raffinessen: verheilte Risse (einer konfus gefüllt, der obige mit rotem Achat als erste verheilende Schicht angedeutet), Perimorphosen (links ein dunkelblauer Fluorit-Kuboktaeder rot und weiß umrandet), Pseudomorphosen, Achat, Fluorit (dunkelblau und hellblau), Rosa-Baryt (oben links rot umfasst im weißen Achat, teilweise pseudomorph ersetzt); unten das bröcklig gewordene Wirtsgestein, oben ein feiner Quarzrasen mit Fluorit-Einschlüssen

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