Joachim Adolphi

Struktur als Protokoll des Werdens


3.2 Chromatische Zweitstimme

Eine beliebte Modulations-Variante tritt immer dann auf, wenn durch eine chromatische Zweitstimme zu einer gehaltenen Erststimme eine harmonische Umdeutung provoziert wird, wie zum Beispiel beim Schornsteinfeger „Auf dem Dach“ (Chim chim cheri):

(ohne Achtel und punktierte Floskeln nur ein Ton – immer der erste – pro Takt dargestellt)

g -> g -> g -> f -> f -> es -> d -> g

g -> g -> g -> f -> f -> es -> d -> c

Die Begleit-Chromatik (hier in c-Moll) sieht dann so aus (3/4-Takt):

c‘ (c) -> h (c7+) -> b (c7=Es6) -> a (F) -> as (f) -> g(c) -> fis (D7) -> g(G7 oder G+)

c‘ (c) -> h (c7+) -> b (c7=Es6) -> a (F) -> as (f) -> g(c) -> g (G7) -> c(c)

(! G+ nähme hier mit dem dis=es die folgende Tonika-Terz im Übergang zur Wiederholung der 8-Takt-Phrase vorweg)

An solchen Beispielen kann man schöne Improvisationsübungen zelebrieren und experimentell ermitteln, welche Zusatztöne (Akkord-Training) einem am besten gefallen.

Viel Spaß mit ähnlichen gefundenen Beispielen!

ÜBUNGSAUFGAE

Bilde eine dritte Stimme zum obigen zweistimmigen Satz zum Schornsteinfeger!

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